Xontormia Express 1261

From Eressea
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Wir schreiben die erste Woche des Monats Sonnenfeuer im Jahre 40
                   des zweiten Zeitalters. Es ist Sommer. (16. April 2022)

Vorwort

Liebe Leserschaft,

es passieren noch schöne Dinge. Alte Freunde treffen sich wieder in neuen Gegenden.
Und wir bekamen eine anonyme Zuschrift von jemandem, der unbedingt die Rede einer Katze der Welt kundtun möchte. Leider war nicht erkenntlich, wo und wann das geschah. Wir vermuten in einer Taverne, irgendwo in der Welt Eressea. Den Ausgang der im Bericht erwähnten Wette werden wir dann hoffentlich auch irgendwann erfahren.

Die Redaktion des XE wünscht allen eine friedliche und sonnige Zukunft.

Viel Spaß beim lesen.


Welt Eressea

Eine Wette um das Überleben

Der Zwerg zuckt mit den Schultern: "Na, wenn du meinst. Ich finde, ja, das sollten alle wissen, ist ja lange genug anerkannt." "Zu lange!" betont die Katze und greift nach zwei Kasserollen. "Und einige haben es ja ganz offenbar nicht mitbekommen. Nene, ich finde, dass muss nochmal gesagt werden." "Tja, dann mach halt," sagt der Zwerg, während er sich ausgiebig am Bart kratzt, "mal sehen, ob es was bringt.".

Mit einem Satz springt die Katze auf den Tisch und schlägt die Kasserollen laut scheppernd zusammen, bis alle Blicke auf sie gerichtet sind. "Okay, ich muss mal kurz was ansagen. Es ist schon etwas her, und vielleicht ist es einigen auch wieder entfallen. Oder eure Herrscherinnen und Herrscher haben vergessen, es auch in den entlegenen Kolonien und Stützpunkte anzukündigen. Obwohl es da ja besonders wichtig wäre, weil" - der Zwerg hüstelt gekünstelt - "Jaja, ich komm zum Punkt."

Die Katze streckt sich und holt tief Luft:
"Dank der global etablierten Innovationen im Bereich Tür- und Tor-Technologien schützen Burgen jetzt komplett zuverlässig vor Attacken durch Monster! Also, wenn ihr euch in einer Burg verschanzt, seid ihr zu 100% sicher vor einem Angriff durch Untote, Drachen, Hirntöter, Ents und allem anderen, was da draussen noch so unkontrolliert herum marodiert! Wie groß und dick die Burgmauern sind, ist egal, solange ihr euch komplett im umfriedeten Bereich aufhalten könnt. Und ich betone: Burgen! Anderen Gebäuden fehlen die architektonischen Sicherheitsmerkmale. Ja, das war es eigentlich schon." Sie wirft einen Blick in die Runde und ergänzt, bevor sie vom Tisch hüpft: "Also, wenn gerade Monster um euer Lagerfeuer herum schleichen, schickt mal eine Eilbrieftaube an eure Vorgesetzten, ob ihr euch nicht in die leerstehende Befestigung 100 Achritt weiter flüchten dürft. Oder überhaupt fliehen, wo wir grad beim Thema sind..."

Der Zwerg hebt die buschigen Augenbrauen: "Nette Rede. Wollen wir wetten, dass trotzdem mindestens die Hälfte der Leute in Krisenregionen im Regen stehen bleiben müssen - und dass die Herrscher sich weiter über die vielen Angriff durch Monster beschweren? Ich setze ein Faß feinsten Met." Die Katze seufzt: "Na, wenn du Recht hast, ist das Faß Met zu zahlen unsere geringste Sorge. Die Wette gilt."


Neue Welt

Alte Freunde!

IZB im Mond der milden Winde Jahr 40 (1258)

Der Seewind weht schwach und warm von Südost an diesem schönen Abend in Mellon auf der IZB, als die Sonne sich langsam dem Horizont entgegen neigt. Fleißige Handwerker haben Flaggenmasten errichtet und einige Banner gehisst:

  • Eine Seeschlange in Rot vor einem schräg geteilten Hintergrund in Silber und Blau
  • Ein rotes Schild mit silbernen Amboss und darüber silberne Flammen
  • Roter Hammer und rote Axt auf Gold
  • Schwarzes Banner mit den Umrissen zweier Berge in Silber

Das zweite Banner ist das Wappen der Söhne Dins und ein jeder hier kennt es. Bei den Seeleuten und Fischern der Region weis man zu erzählen das die rote Seeschlange zu einem Meermenschenvolk aus dem Westen gehört, dessen Botschafter auf dem Weg sein soll.
"Roter Hammer und rote Axt auf Gold" und auch das "Schwarzes Banner mit den Umrissen zweier Berge in Silber" ist dagegen nur wenigen bekannt. Genau genommen nur den ältesten aus dem Clan der Söhne Din´s.

Den Bauern der Region ist das aber egal. Mellon ist eine beschauliche Ebene und das Auskommen ist gut. Es gibt keine Untoten und die Zwerge des Forts sorgen für Sicherheit - und gutes Bier! Vor ein paar Monaten kam dann noch ein Boot der Pi-Ratten und seit dieser Zeit hat deren Vertreter, der junge Kai Euler, in seinem Strandhaus eine kleine illegale Grog Brennerei aufgebaut, die sich inzwischen großer Beliebtheit erfreut.

Daran hat sich auch nichts geändert als erste Gerüchte aufkamen, dass hoher Besuch anstand. Dann wurden Gebäude errichtet, deren Zwecke vorerst verborgen blieben. Weder Zwerge noch Elfen zogen ein und erst vor ein paar Tage dann wandernden Halblinge auf einer kleinen Lichtung im Düsterwald, wo überall dünne Fäden gespannt sind, an denen eine Unmenge von Glöckchen hängen, die jeden Besucher früh geräuschvoll ankündigen. Diese stellten ein Schild auf: "Botschaft der Silberinsel"

Direkt in den Dünen nahe des Strandes wurde ein Hügelhaus gebaut. Es hat nicht ganz den Charme eines orginalen Halblingshauses - da von Zwergenhand gebaut - doch die Terrasse gen Westen ist wunderschön gelegen und bietet am Abend den perfekten Ort zum Verweilen! Ein schmuckes, kleines Baumhaus am Rande des Düsterwaldes mit Blick auf den Ozean entstand, wo bei klarem Wetter der Wüstenstreifen auf der anderen Seite des Mellonkanals zu sehen ist!

Auch am Anleger der Wüstenfähren wurde gebaut und merkwürdige Formen erschaffen. Die Baumeisterin Ina Budihus selbst überwachte die Arbeiten, schien dann aber nicht weiter zu kommen, bis dann vor drei Wochen ein stattlicher Zwerg in die Region geritten kam. Für einen seines Volkes ist er recht groß und ein prächtiger roter Bart, leicht durchsetzt mit silbernen Strähnen, ziert sein Gesicht, aus dem smaragdgrüne Augen aufmerksam in die Welt blicken. Er ist mit einem prächtigen schwarzen Plattenpanzer gerüstet und trägt eine brachiale Streitaxt und einen runden Schild. Befehlsgewohnt gab er sogleich Anweisungen und die Zwerge in seiner Umgebung begegneten ihm mit großem Respekt. Sogar der kühle und sonst so souveräne Oberst Ortosch schien ungewohnt nervös! Die Arbeiten jedenfalls gingen im Anschluss sehr schnell voran und das Haus am Anleger wuchs schnell. Viele Arbeiter nahmen sich der verschiedensten Tätigkeiten an und besonders auf ein großes Mosaik im Empfang schien der Zwerg besonderes Augenmerk zu haben.

Heute dann, der Zwerg stand wiederholt vor dem fast fertigen Bild im Admirals-Palais - so nannte man das Haus inzischen - kam die Leuchtturmwächterin Udare mit einer Botschaft. Sie hatte sich sehr beeilt und war ganz aus der Puste als sie die Botschaft überreichte. Der Zwerg lass diese aufmerksam und ein Lächeln huschte in sein Gesicht. Er gab schnell ein paar Anweisungen und übergab ein paar vorbereitete Tontafeln. Udare machte sich wieder auf den Weg um gewissentlich den Anweisungen Folge zu leisten.

Während die letzten Mosaikstückchen gesetzt wurden, kamen immer mehr Zwerge und brachten allerlei Dinge. Angefangen mit Tischen und Bänken, Fässer, eine ansehnliche Menge Holz, Geschirr, Obst und Gemüse und allerlei Sorten von Käse. Pilze aus den Farmstollen in Pekad, der frische Fang der Fischer und geräuchertes Fleisch und Wurst. Alles ging sehr schnell und beinahe wie von Zauberhand gelenkt voran. In weniger als 2 Stunden war alles aufgebaut und die Baustelle plötzlich festlich hergerichtet. Feuer wurden entzündet und der Schein der Fackeln stemmte sich der aufkommenden Dunkelheit entgegen. Von den Feuern kam der Duft gebratenen Fleisches auf.

Dann erschallte plötzlich ein tiefer Ton, langgezogen und laut! Es muss ein mächtiges Signalhorn sein, das solchen Ton von sich geben kann und es wird sicher auch keine Lunge sein die derartig ein Horn erschallen lassen kann!

"Es ist also Zeit!" dachte der Zwerg und ging strammen Schrittes zum Anleger, einen freudigen Gesichtsausdruck aufgelegt. Auf dem kurzen Weg erblickt er viele Neugierige! Bauern, Elfen und auch Zwerge, die meist gen See blickten, wo vor der untergehenden Sonne ein Boot schnell näher kam und auf dem vier Gestalten zu sehen waren!

Er ging bis zum Ende des Steges und wartete geduldig bis das Boot heran war. Einer der Meermenschen warf ein Seil und der Zwerg fing es und zog das Boot die letzten Meter an den Steg und machte das Boot fest! Dann reichte er dem Meermenschen die Hand um ihm auf den Steg zu helfen. Dort verweilten die beiden und sahen sich lange schweigend aber strahlend an!

"Tror, alter Freund! Dich hier begrüßen zu dürfen erfüllt mich mit großer Freunde! Sei mir willkommen auf der neuen IZB!"

Der Meermensch antwortete: "Larix, mein Freund! Es ist lange her und als ich endlich Nachricht hatte wo Du zu finden bist, war es mir ein Bedürfnis selbst zu kommen! Weiß ich doch das kein zwergischer Bote Dein gutes Schwarzbier würde unversehrt nach Vargön bringen können, ohne der Versuchung zu wiederstehen es selbst zu trinken! Ich darf vorstellen: Milell Zellecken von den Leichtfußhalblingen und Forskareson vom nordischen Zirkel, meine Verbündeten und Waffenbrüder unserer neuen Heimat! Wir hatten wahrlich einen schweren Start in dieser Welt und zu gern hätte ich Deine Garde schon früher an unserer Seite gesehen. Aber jetzt sind wir hier und die alten Bande werden neu erblühen!"

"Willkommen auf der IZB!
Wohl gesprochen Tror und so soll es sein! An meiner Seite darf ich vorstellen Kai Euler von den Pi-Ratten, unserem ersten Kontakt jenseits des Ozeans, Freund und Bündnispartner. Leire, der erste der Laran, dem zweiten Volk dieser Insel und Samtschi, Botschafter der Beutlinge von der Silberinsel. Weitere Freunde leben östlich, haben aber noch keine Vertreter her gesendet. Zu nennen wäre da zu allererst Freund Goswin, sowie Fryske Herbes, Gilde des Windes von Berobul und der Zwergenclan der Eisenfinger. Ihr werdet sicher erschöpft sein von der langen Reise. Ich schlage vor, wir zeigen euch zuerst eure Quartiere und dann sehen wir uns beim Fest, das sogleich beginnen wird."

Dann wandte sich Larix dem Land zu und den dort wartenden Zuschauern und rief mit lauter Stimme: "Meine Freunde und werte Botschafter! Bewohner Mellons! Hier steht ein alter Freund und Kampfgefährte und das Schicksal hat uns nach langen Jahren wieder zusammengebracht! Das ist mir eine Freude und ich möchte diese Freude mit euch teilen. Ein Fest ist bereitet und soll diesem Augenblick einen würdigen Rahmen geben!" Er winkte einen jungen Zwerg mit einem Tablett voller Schwarzbierkrügen heran, der seine Fracht an alle Umstehenden verteilte. "Hebt die Hörner auf das Wiedersehen und die Freundschaft! Feiert mit uns! Salute!" - und in einem Zug leerte er den Krug mit dem starken Bier von Zwergenhand gebraut.

Von Land erschallte Jubel als Antwort und fleißige Helfer verteilten die Humpen, damit niemand durstig bleiben musste. Das Fest hatte begonnen! "Milell Zellecken, für Euch haben wir ein Hügelhaus direkt in den Dünen errichtet. Für Euch werter Forskareson haben die Elfen hier das schmucke, kleine Baumhaus am Rande des Düsterwaldes errichtet. Hauptmann Mahangrimm wird euch den Weg zeigen. Erfrischt euch und kommt dann an meinen Tisch. Ich freue mich euch kennen zu lernen und von euren Völkern zu hören. Tror, begleite mich bitte in den Admirals-Palais!"

Als Tror und Larix im Palais ankamen haben sich die Zuschauer schon zerstreut, das Fest begonnen und damit ihre Aufmerksamkeit von den Reisenden abgewandt. "Das soll Deine Bleibe sein solange Du magst. Ich hoffe es gefällt Dir. Ich habe Ortosch gebeten, dieses Bild zu entwerfen, ich war damals ja leider nicht selbst dabei!"

Der Meermensch trat ehrfürchtig an das große, die ganze Wand einnehmende Bild heran: Ein Mosaik das mehrere Schiffe in den Wellen vor einer Klippe zeigt und zwei kleine Boote auf denen Zwerge, Elfen und Meermenschen zur Klippe gebracht werden, um in voller Kampfausrüstung daran empor zu klettern. Oben am Rand der Klippe sieht man kleine entenähnliche Wesen die aufgeregt hüpfen und mit ihren Flügeln ins Landesinnere zeigen!

"Das hat Ortosch gut getroffen, ich kann beinahe das Salz schmecken und erinnere mich an die lauten Befehle, die die Brandung übertönt haben, an das Rufen der Kämpfer und an das erste Ausrichten der Phalanx oben auf der Klippe, als der Feind herangestürmt kam!" Tror's Blicke wanderten über das Bild, immer wieder an einzelnen Details hängen bleibend.

Gedankenverloren murmelte er von sich hin:
"Ob es im Inneren wohl noch weitere solche Mosaike gibt? Etwa von der Rettung der Sankt-Martins-Insel? Oder von der ersten großen Schlacht, bei der Larix die Gegner ausmanövriert hat und wir so die gegnerischen Katapulte erobern konnten? Oder von der Belagerung der großen nördlichen Festung, in die der Feind sich zurückgezogen hatte? Auch die große Seeschlacht, in der wir erfolgreich eine Invasion der IZB abwehren konnten, wäre ein Mosaik wert."

Larix, Marschall der IZB
Möge am Ende vom Licht immer noch Tunnel sein!