Xontormia Express 0561

Aus Eressea
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                                               S E L T E N B L A T T


    Erschienen am siebten Tag der dritten Woche des Monats
        Sonnenfeuer im Jahre 14 des zweiten Zeitalters.
                         Es ist Sommer.



11. Welt

Am Grabe des Prinzen

Von Fürst Sindarim

Fürst Sindarim stand am Grabe seines Erstgeborenen und dachte über den Sinn des Krieges nach. Eines Tages hätte Prinz Halkaduum sein Erbe übernehmen sollen, wenn er als Fürst nach einigen Jahrtausenden der Herrschaft müde geworden war oder sogar eines unnatürlichen Todes gestorben wäre. Doch es war alles anders gekommen. Ein verirrter Pfeil auf den Schlachtfeldern von Chaosland hatte ihm seinen Sohn genommen. Und doch herrschte neben der Trauer vor allem Stolz in der Seele des Elbenfürsten vor. Halkaduum hatte die Heere des Drachenkaisers von der Reichgründung an geführt und auch im Kriege gegen das Inguz Matriachat und er war stets siegreich gewesen.

Die Inguzen wiederum hatten sich tapfer geschlagen und gehörten zu jenen Bündnissen, die in der Erinnerung des Elben als ehrenwerte und vor allem unterhaltsame Gegner ihren Platz fanden. Doch auch Missmut empfand der Elbenfürst, denn der Zeitpunkt des großen Sieges gegen ein gleichwertiges Bündnis wurde nicht nur überschattet durch den Tod des Sohnes, sondern auch durch den schmählichen Verrat eines Verbündeten – der Mak Toy Kayra. Seinerzeit waren das Reich des Jadedrachen, die MTK und der Stilla-Mithrandir-Bund in einem Metabündnis organisiert. Mit dem Schattenreich der Finsternis waren vom Drachenkaiser extra Verträge abgeschlossen worden, um dessen Zugriff auf die Verbündeten bereits im Vorfeld abzuwenden. Und der Schatten hielt sich an das gegebene Wort – wenn auch manchmal nur widerwillig. Nicht so jedoch die MTK, also jene Schutzbefohlenen denen der Drachenkaiser mit der Mondinsel - heute als Lamalas bekannt - eine ganze Insel bereitwillig überließ, nachdem sie mit den Xotacks unprovoziert ein Volk angriffen, dass in numerischer Unterzahl zwar wehrlos war, aber sich bereitwillig dem Drachenkaiser unterwarf.

Anstatt wie versprochen Entsatztruppen gegen die Inguzen zu schicken, griff die MTK ohne Vorwarnung Grünland an, nachdem sie die Osires, erklärte Feinde des Drachenkaisers, aufgenommen hatten, wissend das sich das Heer des Drachenkaisers weitab im Süden befand. Und doch begingen sie trotz aller Verschlagenheit einen taktischen Fehler – sie hatten nicht damit gerechnet, dass der große Drache selbst in seinem Drachenhort im Norden verweilte und somit selbst in den Grünländer Abwehrkampf eingreifen konnte. Dies tat er auch – bisweilen wanderte er mitten unter den Heeren der MTK, öffnete Tore in die Sphäre der Schatten und ließ die dunkle Macht mit aller Konsequenz auf die Gegner los, bis die Götter erstaunt über die Möglichkeiten eingriffen und die Regeln der Welt änderten. Doch dann vielen die Schicksalswürfel für die MTK äußerst ungünstig – obwohl der Drachenkaiser nur einige Rekruten aus den Beschwörungsfoki der Höllenpforte heranführen konnte, zerbarst das überwiegend orkische Heer der MTK beim ersten Aufeinandertreffen in den zentralen Sümpfen Grünlands wie ein unausgebildeter wütender Bauernmob. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Elbenfürsten, als er daran dachte wie aus einem Nachteil schnell ein Vorteil wurde und selbst nur halbgerüstete Heere noch weitere zwei Inseln der MTK einnehmen konnten. Schließlich jedoch regte sich das Schattenreich aus dem Wunsch heraus sein Schicksal zu finden, nachdem bisher nur leichte Gegner seinen Weg kreuzten und die Langeweile übermächtig wurde und griff die imperiale Insel Teucria Nova an.

Der Schatten fand sein Schicksal – doch der große Marsch der Rekruten des Drachenkaisers wurde auf diese Weise jäh gestoppt. Im Gefolge des Imperators fanden sich auch dessen Vasallen von der Konföderation und diese besetzen schnell die verbliebenen MTK-Inseln. Ob die MTK sich unfreiwillig unterwarf oder ob sie speichelleckend um Hilfe flehten, um der Konsequenz der eigenen Taten zu entgehen, war Fürst Sindarim eigentlich gleichgültig. Weniger gleichgültig war ihm, wie die MTK mit den Bürgern ihres ehemaligen Reiches umgegangen war und zahllose Bauern dem Hungertod preisgaben. Der Fürst schüttelte angewidert den Kopf – hier war wahrlich das Böse am Werk.

Bei diesen Gedanken viel Sindarim die jüngste Depesche der Konfoderation ein:

Kriegserklärung der Konförderation der freien Völker an die Jadedrachen

Die Konförderation der freien Völker erklärt hiermit mit sofortiger Wirkung dem Bündniss der Jadedrachen den Krieg. Wir werden die uns gestohlenen Gebiete zurücknehmen und sind nicht länger bereit die Bedrohung unser Grenzen hinzunehmen. Da sich das Imperium bereits im Krieg mit den Jadedrachen befindet, stellen wir die Anfrage an das Imperium ihre Feindseelichkeiten für die Dauer unseres Krieges einzustellen.

Die Konförderation der freien Völker

Erst hatte der Fürst die Nachricht für einen schlechten Witz eines Schülers in den konföderierten Schreibstuben gehalten, doch eine Nachfrage der Xotacks ergab, dass es wohl tatsächlich so gemeint war. Das Imperium, dass zwischen Schatten und Drachenkaiser zu unterscheiden nicht ernsthaft gewillt war, aber sich wohl alleine ohne Unterstützung durch die Konföderation übernommen hatte und nicht mehr bereit war sich der erwarteten epischen Schlacht zu stellen, erklärte daraufhin, dass sie gerne bereit wären sich mit ihren Truppen zurückzuziehen und der Konföderation den ersten Zugriff auf die erwartete Beute zu überlassen. Enttäuscht neigte der Elbenfürst bei diesem Gedanken das Haupt – was würde sein Sohn wohl in dieser Situation tun ? Wie könnte man die Konföderation dazu bringen sich hinten anzustellen, damit man erst diejenigen erschlagen kann, die bereits hier sind ?!

Fürst Sindarim beschloss sich mit seinem Zweitgeborenen zu beraten. Prinz Talathor war zwar kein besonders guter Feldherr, aber er wusste, das ein Schwert ein Schwert ist und das Runenschwerter jede Rüstung schneiden.