Xontormia Express 1278

From Eressea
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Wir schreiben die letzte Woche des Monats Eiswind im Jahre 41 des zweiten
                        Zeitalters. Es ist Winter.

Liebe Leser,

der Aufruf hat geholfen und wir bekommen Post aus einer der älteren Welten. Dort gibt es also noch Völker, die aktiv sind. Die Redaktion freut sich auf weitere Zusendungen.



6. Welt

Antarius kulinarische Reise durch die Regionen von Neu- Tolfalas

Und es begab sich vor langer, langer Zeit, dass ein zarter Halbling mit Namen Antarius, klein von Gestalt, doch gross an Geistesgaben (wie alle Halblinge des Pentagramms, dies muss von jenem, der diese Zeilen verantwortlich verbrochen... aehm... zeichnet, unbedingt erwaehnt werden, sonst ganz schlimme Dinge drohen koennten), sich in seiner unermesslichen Grosszuegigkeit dazu bereit erklaerte, Zemur, die Geburtsregion der Sidhe, zu weihen, auf dass Untote diese Lande in Zukunft scheuen moegen wie Zwerge Zwergenweitwurf als Sport betreibende Trolle.

Und da Antarius, der Wortlaut war ungefaehr "zwar Halbling, macht aber keine halben Sachen, daher wird er die ganze Insel weihen, beim Pentagramm" Neu- Tolfalas immer mehr in eine Hoelle auf Eressea fuer Untote verwandelt hat, als Gegenleistung ward nur eine kulinarische Fuehrung durch die jeweiligen Spezialitaeten der betreffenden Region erbeten (wobei die Fuehrung sich nicht nur auf die Ansicht des Dargebotenen beschraenken, sondern das Dargebotene sich auch auf eine Reise durch des Antarius Magen begeben sollte). Die Sidhe stimmten begeistert zu, erschienen ihnen dass doch ein verlockendes Angebot.

Seitdem ist einige Zeit ins Land gegangen (Zeit gehoert zu den wenigen Dingen, die Antarius noch nicht verspeist zu haben scheint). Des Halblings Appetit ist unbeschreiblich. Dagegen ist der Kuckuck enthaltsam, der Vielfrass auf Diaet bedacht, ein Mahlstrom niemals verschlingend und ein Schwarzes Loch immer gesaettigt. Antarius hat an Statur und Gewicht deutlichst gewonnen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn als Pentagrammhalbling hat er symbolisch zuvor bedeutsames Gewicht auf die Waage bringen koennen. Die technisch unterbelichteten Sidhe haben zum Glueck mangels Vorrichtungen, um in luftige Hoehen vordringen zu koennen, immer noch ihre kleinen Kinder, die begeistert Raeuberleitern bilden, die bis ueber die Wolken reichen, um auf diese Weise des Halblings gierigen Schlund zu fuettern. Drachen und Wyrme in den luftigen Weiten ueber der Insel werden von Antarius als kleine Snacks zwischen den Mahlzeiten geschaetzt, Gletscher als Eis am Stil zum Nachtisch genussvoll geschleckt (die Sidhe werden die Goetter bald um Schneekugeln ersuchen muessen, um den Gletschverlust zu kompensieren). Naehert sich Antarius den Inselrand, bekommt Neu- Tolfalas bedrohliche Schlagseite. Auf den Schlachtruf, der auf Neu- Tolfalas mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist ("Ausbalancieren, ihr Idioten, ausbalancieren, sonst kentern wir!"), reagieren nicht nur Sidhe, sondern saemtliche Pferde (die sich schneller vermehrt haben als Karnickel), die Baeume der Waelder (koennen mittlerweile schneller rennen als ihr Schatten) und die wenigen Berge von Neu- Tolfalas (unglaublich, wie schnell Berge sich bewegen koennen, wenn Untergang droht). Doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Insel in Eresseas Ozean auf Nimmerwiedersehen verschwinden wird, es sei denn...
... des Halblings Hunger ware gestillt (extremst unwahrscheinlich) oder der Sidhe verzweifelter Rettungsplan waere von Erfolg gekroent (ebenfalls sehr unwahrscheinlich, aber Sidhe schaetzen Plaene, die die Realitaet spaeter zerschreddert). Antarius Speisen werden demnaechst versalzen und mit aeusserste Schaerfe gewuerzt, auf das der Halbling duerstend Eresseas Ozean leersaufen moege. Neu- Tolfals koennte nicht mehr im Meer versinken... und es bestuende die Hoffnung, dass Antarius auf seiner kulinarischen Reise trockenen Fusses (dabei auf dem Meeresboden nasse zappelnde Seeschlangen und auf dem Trockenen liegende Wale verspeisend) andere Inseln erreicht, um euch, wo immer ihr als geneigte Leser euch befinden moeget, seine gar hungerige Aufwartung zu machen.

PS: Der Wahrheitsgehalt dieser traumtaenzerischen Geschichte konnte bisher noch nicht von unabhaengigen Quellen bestaetigt werden.

Einer der drei Drei Traumtaenzer vom herrschenden Trio Infernale ueber die Sidhe von Zemur

Antarius kulinarischen Wuensche fuer 6te Welt, Neu- Tolfalas, Eisige Nebellande, Wald

Dieser zwischen zwei Gletschern gelegene Wald laedt nicht gerade zu einem gemuetliches Picknick im Sonnenschein ein, denn man sieht vor lauter Nebel(tropfen) weder die Hand vor den Augen noch irgendwelche kulinarischen Koestlichkeiten. Um an eine Mahlzeit oder einen Trank (oder beides) zu gelangen, kommt es auf den richtigen Zungenschlag an, ausserdem sollte die Bereitschaft vorhanden sein, sich ueberraschen zu lassen.

Einfach einen der schwebenden Tropfen mit der Zunge beruehren und auf dieser zergehen lassen, die folgende Geschmacksexplosion wird dann das gerade Genossene offenbaren. Natuerlich koennten darunter auch einige sehr bizarre Geschmacksnoten vorhanden sein, die man normalerweise nicht mit Essen oder Getraenk assoziieren wuerde. Das Risiko fuer Geschmacksverirrungen nimmt mit groesserer Hoehe ab, Antarius sollte daher nach oben entschweben, um sich an ihm liegenden Genuessen laben zu koennen. Einfach die Existenz der sogenannten Schwerkraft aus der Erinnerung tilgen, dann sollte das Schweben beginnen (und bitte nicht sich bei der Gravitation in Erinnerung rufen!).

Es war doch alles fuer Antarius angerichtet, jeder einzelne Nebeltropfen per Hand mit erlesensten kulinarischen Ueberraschungen gefuellt. Und was macht Antarius? Eine Botschaft von Antarius: 'Ein Eis bitte, Waffel, 8 Kugeln Schokolade'. Jetzt muessen wir hastigst improvisieren...Waffel? Kein Problem, jeder Sidhe hat einen an der Waffel, daraus folgt,dass Sidhe in den Eisigen Nebellanden genuegend Waffeln haben, um eine Riesenwaffel fuer Antarius zu schaffen (nein, nein, nein, das ist Sidhelogik, nicht den Fehler suchen, wer sucht, findet mehr, als ihm lieb sein kann). Eis? Im Osten und Westen der eisigen Nebellande liegen Gletscher. Die dort beheimateten Sidhe werden ein Gebet an den Gott Eresseas richten (Lieber Ennogott, gib doch endlich zu, dass ich klueger bin als Du. Und nun preise Traumzaenzers Namen, denn sonst setzt es etwas. Amen!), dessen begeisterte Reaktion ob der Huldigung die beiden Gletscher derart erbeben laesst, dass unzaehlige Eiskugeln lawinenartig in das Tal donnern. Schokolade? Nun, oktarine Phaenomene haben im Eis im Winterschlaf befindliche Braunbaeren, deren Schleckermaul Honig um Selbiges geschmiert bekomnmen hatte, da waehrend Honigwabenpluenderung vom Schlaf ueberrascht, zu Antariusueberraschungsschokolade mutieren lassen. Acht dieser Eiskugeln haben wie Sidhe auch einen an der Waffel und landen in Selbiger.

Die Waffel mit den acht Kugeln ist natuerlich riesig. Wir werden Antarius mittels Katapult zu der obersten Eiskugel schiessen, er moege sich dort bitte per Mund(werkzeug) fest- und dann durchbeissen (oder durchschlecken, je nach Vorliebe). Ein Halbling schafft eine solche Riesenwaffel natuerlich ohne Paeuschen. Die Baeuerchen, die Antarius nach Genuss von sich gibt, koennen ja in bevoelkerungsarme Regionen verschifft werden.

PS: Die Wahrheit distanziert sich energischst vom Gehalt dieser Geschichte!

Traumtaenzer fuer die Sidhe von Zemur


Neue Welt

Blutfluss am Blutturm

Autor: ein Beobachter der neuen Welt

Am Blutturm Krovavaya Bashnya

Mitternacht über den gefrorenen Sümpfen. Das klare Licht des Halbmondes hat Silber über die Landschaft gegossen. Die eisige Kälte lässt Nasenhaare gefrieren. Die Stille ist absolut. Selbst die Eule scheint eingeschlafen zu sein.

Ein lodernder Pfeil erhob sich in die Luft. In der Regungslosigkeit der Nacht wirkte sein Flug träge und unwirklich, geradezu grotesk in seiner Helligkeit, seiner Bewegung, seiner Wärme. Am Zenit seines Fluges schien er einen Moment lang innezuhalten, lang genug, dass sich Graggatza in Gedanken fragen konnte: Und wenn das verdammte Ding dort oben hängen bleibt?!

Doch der Pfeil blieb nicht hängen. Er bewegte sich weiter, senkte sich über eine silbrig glänzende Wasserfläche, die noch nicht zugefroren war. Geräuschlos verschwand der Pfeil darin. Einen Moment später schien es, als ob es nie einen Pfeil gegeben hätte.

Doch das wäre zu schön, um wahr gewesen zu sein. Der Pfeil war Markovs Angriffssignal, und so ging nur einen Moment später eine Kakophonie aus orkischem Kriegsgeschrei los, hoch, undulierend, vielstimmig, aus allen Richtungen. Der Blutturm war umstellt. Nun war der Zeitpunkt gekommen, die Schlinge zuzuziehen. Graggatza blieb wenig anderes übrig, als ihre Hand vor den Mund zu nehmen, ein hohes „UUUUUUUHHHHHHH“ zu brüllen und mit der Hand in schnellem Rhythmus gegen die Schnauze zu trommeln. Sie hoffte, dass das Geschrei den Verteidigern das Blut in den Adern gefrieren würde.

Nun, sie würde es herausfinden. „Los los los!“, knurrte Shogol. Dann stemmte sich der Rottenkeiler hoch, den Speer mit beiden Händen gepackt, und rannte los.

„Los, verdammte Scheiße!“, grunzte Graggatza, gab dem Ork neben ihr einen Tritt und rannte Shogol hinterher. Verdammte Scheiße, dachte sie noch einmal. Warum genau war sie nicht in ihrem Dorf geblieben?!

Jorkûshg sprang ebenfalls auf. Mit zwei, drei Schritten hatte er den Kamm des winzigen Hügels erreicht, ein paar weitere Sätze und schon war er auf der anderen Seite. Er strauchelte im knöcheltiefen Schnee, stürzte fast, fing sich mühsam und rannte weiter, den Speer fest gepackt, die Augen auf die faserige Silhouette des unfertigen Turms gerichtet. Für einen Moment dachte er, zwei Gestalten im Gebüsch seitlich verschwinden zu sehen, doch es war nicht seine Aufgabe, sich um die Fliehenden zu kümmern. Seine Aufgabe war, bei seinem Rottenkeiler zu bleiben.

Kurz darauf waren sie am Turm. In der dunklen Fensterhöhle auf seiner Seite war ein Schild aufgetaucht, die Gestalt dahinter war nur zu erahnen. Zraan und zwei ihrer Krieger hatten bereits damit begonnen, mit ihren Speeren in die Lücken zwischen Schild und Mauer zu stochern. „Hilf uns!“, grunzte die Keilerin, und so packte Jorkûshg den Speer mit beiden Händen und versuchte ebenfalls, den Mann hinter dem Schild zu treffen. Dieser wehrte sich, indem er die Speere mit einem kurzen Schwert zur Seite schlug und den Schild bewegte, die Speere blockte und einklemmte. Doch der Schild war nicht groß genug, um das Fenster komplett abzudecken, das Schwert nicht lang genug, um damit einem der Orks vor dem Fenster gefährlich zu werden.

Es war nur eine Frage der Zeit.

Jorkûshg stach erneut zu, und noch einmal, und noch einmal. Sein erstes Gefecht, und er piekte mit seinem Speer in einem Loch herum wie ein Kind mit einem Ast, das ein Mauseloch erkundete. Konnte es das sein? All das Training, all die Geschichten, die er gehört hatte, die Legenden, die er verehrte, und nun bestand sein erster Kampf darin, mit seinem Speer in ein Loch zu stechen?

Der Schild schlug gegen seinen Speer. Jorkûshg zog instinktiv zurück, doch die Spitze schien irgendwo im Mauerwerk verhakt. Jorkûshg zog fester, fluchte, weil sich die Waffe um keine Fingerbreite bewegte, ließ kurz locker, um ihn zu befreien. Ein Ruck ging durch den Speer und zog ihm die Waffe aus der Hand. Jorkûshg grunzte entsetzt, während er den Schaft im Fensterloch verschwinden sah.

Im nächsten Moment drang ein gellender Schrei aus dem Fenster. Feggek stieß einen Triumphschrei aus. Der Speer des Gefährten war zur Hälfte im Loch verschwunden, Feggek hielt den Schaft umklammert wie ein Haifischjäger seine Harpune. „Ich habe ihn!“, brüllte Feggek, stieß dann ruckartig zu, worauf der Schrei plötzlich zu einem lauten Stöhnen wurde. Der Schild fiel zur Seite, Zraan sprang ihren eigenen Speer voran in das Fensterloch und verschwand darin. Instinktiv sprang Jorkûshg ihr hinterher, getrieben nicht etwa von Kampfeslust, sondern von der Scham, seine Waffe verloren zu haben. Er fand sie, gleich hinter dem Fenster, neben dem Menschen-Krieger, der hoffnungslos aber stolz sein Fenster verteidigt hatte und nun mit Feggek’s Speer im Bauch am Boden kniete. Zraan ignorierte ihn, rannte weiter zu einem anderen Verteidiger, der nur wenige Schritte weiter ein anderes Fenster verteidigte. Jorkûshg schnappte sich seinen Speer, während zwei weitere seiner Gefährten durch das Fenster gestiegen kamen.

Doch noch bevor er seine Waffe ein weiteres Mal zum Kampfe erheben konnte, war das Scharmützel um den Blutturm bereits vorbei. Sobald sie die Kontrolle über die Mauern verloren hatten, hatten die fünf Menschen den vier Ork-Rotten nichts mehr entgegenzusetzen gehabt.

Mit einem Ruck zog Hargak die Speerklinge aus dem Rücken der Elfe. Sie war unbewaffnet gewesen, hatte an nichts anderes gedacht als zu fliehen. Hargak war letztendlich im berstenden Eis des Wasserlaufs der geschicktere Läufer gewesen. Sie hatte kurz aufgeschrien, als sie gestolpert und längs in das Wasser gefallen war, hatte versucht, wieder hochzukommen, als er ihr den Speer an der Wirbelsäule vorbei in die Brust gerammt hatte. Sie hatte gezuckt, während er sie mit dem Speer unter Wasser gedrückt hatte, doch es hatte nicht lange gedauert. Sie war verblutet, nicht erstickt.

Hargak beugte sich zu ihr, tauchte seine Hand in das wenige Blut, das nach außen gelaufen war, nachdem er den Speer herausgezogen hatte. Mit einem Grinsen beschmierte er damit sein Gesicht. Niemand würde ihm diesen Erfolg absprechen können. Ein anderer – MINDESTENS ein anderer war entkommen, doch Hargak konnte sich nicht um alles kümmern, oder?