Xontormia Express 0429

Aus Eressea
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           Erschienen in der dritten Woche des Monats Feldsegen
                   im Jahre 10 des zweiten Zeitalters.

Werte Eressianer,

wieder einmal ist es soweit, der XE für diese Woche liegt in euren Händen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Artikelschreibern die den Xontormia Express in der zweiten Woche des Monats Feldsegen im Jahre 10 des zweiten Zeitalters Express mal wieder auf einen ansehnlichen Umfang anschwellen liessen.

Viel Spass beim Lesen wünscht euch eure XE-Redaktion

4. Welt

Es regt sich was auf Anuurn...

von Ker Pyanfar

Prolog:
In Horsorkorer, im Westen Anuurns, wurden einst die Truppen der Hani und der O-Bakemono ausgebildet. Und auch nach dem Auszug der Trolle und den Erbschaften der verwaisten Inseln ist hier die wichtigste Ausbildungsstätte des Hani-Militärs. Nur leidet diese jetzt an einem eklatanten Mangel an fähigem Lehrpersonal, Verzeihung, Sensei. Die Entscheidung der goldenen Königin, ihre Truppen nach den Affront der Anwesendheit einiger Rubinzwerglehrer, die mit einem Einstandsgeschenk von 1000 Holzknüppeln ihren Dienst antraten, abzuziehen, traf die arglosen Katzen überraschend. Lehrpläne brachen zusammen, Vorlesungsverzeichnisse waren den Stein nicht mehr wert, in das sie gemeißelt waren, Studiengänge wurden für unstudierbar erklärt, ganze Fakultäten wurden lahm gelegt, die offizielle Einweihung des zweiten Campus des Horsorkorer-Dojo fiel aus, was im allgemeinen Sprachgebrauch zum recht einfallslosen Spitznamen "namenlose Akademie" führte, Forschungsmittel wurden eingefroren. Kurz gesagt, eines der vielen Gebiete, in denen eine grundlegende Neuorganisation nötig war und somit eines der Themen, das auf der ersten außerordentlichen Generalversammlung des HAN auf der Tagesordnung stand...

Ort:
Zitadelle Wágaya ni Hoshinéko, Heim des HAN, 37. Stock, Großraumbüro der Vorsitzenden des Großsenates der Amphiktyonie der Hani-clans, Ka-hômaré, die neue Heimat, Sitz des HAN, Herd des Clanes Chanur, Anuurn, Nordwest der 4. Welt Zeit: 17. Feldsegen im Jahre 10 des zweites Zeitalter

Ker Pyanfar an`Chanur, die Vorsitzende des großen Senates der Clans der Hani, war total geschafft. Gerade zurückgekehrt von der offiziellen Bekanntgabe der Nachfolge der Tokáge Ogon, der goldenen Königin aus der Salamander-Dynastie, die die Herrschaft über die O-bakemono nun abgegeben hatte, unterwegs kurzfristig zu einem extradimensionalen Klönschnack verschiedenster Herrscher der Welten Eresseas abgebogen, hatte sie sich in ihr Büro geschleppt, wo die Vorbereitungen der ersten außerordentliche Generalversammlung des HAN sich überschlugen. Mittlerweile war der offizielle Sitzungsbeginn zwei Wochen in Verzug, was in Anbetracht der immer noch einströmenden Gäste und Delegierten vielleicht auch nicht so schlimm war, denn die formalen Vorbereitungen, die Installationen der magischen Geräuschträger, das Catering, der Neubau von Gaststätten und Notunterkünften, die Errichtung von Aushilfskais und Pferdeställen, Ausweitung der Stadtwachen, das Briefing der diversen Ehrengarden, und nicht zuletzt die hunderten von Abschriften der Tischvorlagen für die Sitzung, die noch abgeschrieben werden mussten, waren noch längst nicht abgeschlossen...

"Noch eine Kanne G´fi!" verlangte die Stimme der Vorsitzenden hinter einem doppelt hanihohem Papierstapel (der zu erstellenden Sitzordnung) von ihrer persönlichen Assistentin. "Kommt gleich..." brummelte die angesprochene, während sie die letzten Akkreditierungen auf ihrem Schreibtisch abstempelte, "so, fertig! Ich hole den Gfi, Tantchen." Die rundliche Eloha an'Ehrran hüpfte über den Korb mit Tagesordnungen, drückte sich durch den Wald von Änderungsanträgen (rot formal, blau inhaltlich) und hüpfte mit Anlauf über die ausliegenden Landkarten. Sie landete direkt hinter der Küste Eislands, gratulierte sich zu ihrem Glück (die kleinen Figuren, die Untote auf der Gletscherbarriere symbolisierten, waren verdammt spitz) und schritt zur Bürotür. Bevor sie allerdings die großen Doppeltüren erreichte, wurde sie mit Schwung geöffnet, und ein Haufen von johlenden Katzen, bewaffnet mit Akademieabzeichen, Bannern, Transparenten und Flugblättern stürmte das Büro. "Wir verlangen sofort die ehrenwerte Vorsitzende zu sprechen!" verkündete die Anführerin, eine blaupelzige an´therau im Gewand einer Nachwuchsoffizierin. "Und zwar sofort! Im Namen aller Anuurner Studierender". Die Junghani verteilten sich im Großraumbüro, bemüht, keinen der diversen hochaufragenden Aktenstapel umzuwerfen (nicht so sehr aus Rücksichtnahme, sondern eher aus Angst um ihr Leben) und hielten Ausschau nach der Regierungschefin.

Diese seufzte einmal leise, strich sich den rotblonden Bart und Mähne zurecht, ordnete ihre Ohrenringe und erhob sich ächzend von ihrem Sessel: "Hier bin ich." Als niemand sie wahrnahm, seufzte sie noch einmal, wanderte um ihren Schreibtisch herum, und verkündete etwas lauter "Hier bin ich! Und hört auf, meine Sekretärin mit euren Papieren zuzuwerfen, die muss uns jetzt G´fi holen gehen. Los, da rüber!" Sie winkte die Bande von Studierenden zur Sitzecke an der Fensterfront, der einzige Ort im Büro, der mehr als zwei Personen Platz bot, und wartete, bis sich alle auf den Sitzgelegenheiten verteilt hatten. Ein scharfer Blick hielt zwei Kater davon ab, sich heimlich mit einem Banner auf den Balkon zu schlechen. "So, dann man tau, ich habe nicht gerade viel Zeit." Die an´therau räusperte sich und begann, erst stockend, dann entschlossen: "Äh, also ich sprech hier für das BAS, das Bündnis Anuurner Studierender. Es war in der dritten Woche des Blütenregens im Jahr Sieben des zweiten Zeitalters- ja, das ist über zwei Jahre her!-, als wir Studierenden der Hani-Akademien uns entschlossen, in den Streik zu treten. Aufgrund der politischen Gesamtlage haben wir uns auf eure Bitte hin entschlossen, diese Protestaktion nach einer Woche zu beenden, und im zuständigen HAN-Fachausschuss mitzuarbeiten, was wir notgedrungen akzeptiert haben", die anderen Jungkatzen bekräftigten durch Nicken, Seufzen und Augenrollen. Die Sprecherin zeigte grinsend die Zähne und zog einen dicken Ordner hervor: "Und nun... haben wir vorgestern diesen völlig inakzeptablen Entwurf für die neuen bildungspolitischen Richtlinien in die Hände bekommen!"

Bedeutungsschweres Schweigen hing einen Moment im Raum.

Die just eintretende Eloha, beladen mit einem Riesentablett dampfender G´fi-Tassen, zog somit alle Blicke auf sich, besonders den brennenden Blick ihrer Chefin. "Was denn? Doch kein G´fi für alle?" fragte sie irritiert, während sie die Getränke Richtung Sitzecke balancierte. Die Ker klappte gereizt den Schnurrbart zurück, und deutet auf den Ordner mit der verräterischen Aufschrift "Anuurner-Hochschul-Verordnung: "Was hatten wir vereinbart in Bezug auf vertrauliche Papiere und anonyme Quellen? Na?!" Die Sekretariatskatze klappte kurz ihre Ohren nach hinten, stellte sie dann aber auf und giftete wütend zurück: "Ach, und natürlich bin ich die einzige der hier angestellten 537 Organisationsassistentinnen, die Zugang dazu haben, ja? Ganz _zufällig_ habe ich die letzten fünf Tage mit der besch*****enen Geschäftsordnung für die Generalversammlung verbracht und war noch nicht mal zuhause!", sie drückte das Tablett einem bemüht höflich lächelndem Jungkater in die Hand und schnappte sich den Ordner aus der Pfote der feixenden Studierendensprecherin. "Und außerdem...", sie blätterte kurz, "ist das hier, meine ich, der Entwurf... der Opposition. Das Deckblatt fehlt, sonst wäre das ja wohl offensichtlich."
Dem BAS-Mob verging schlagartig das Grinsen: "Ach. Öhm. *hüstel* Dann plant ihr gar keine...?" Die ehrenwerte Vorsitzende, mittlerweile selber im Ordner blätternd, unterbrach: "Fakultätszusammenlegungen? Abschaffung der studentischen Tutoriate? Natürlich nicht! Und auch keine" *blätter* "Ach herrje, nein, ich habe definitiv nicht vor, mich in Berufungen einzumischen. Ich bin doch nicht völlig bescheuert! Und was ist denn das hier: Zugangstests zu militärischen Studiengängen? Herrje, was sollen wir denn sonst mit den vielen Jungkatern machen?" Die anwesenden Männer murrten ein wenig. "Kapazitätsbeschränkungen? Wer hat den _diesen_ Trollmist verbockt? Und die Bauern-Volksschulen in die Verantwortung der Handwerksgilden überschreiben, das ist doch der direkte Weg zurück zu den Schweinezyklen!"
Ein Kater, der unerfahrene Vertreter der Erstsemester, fragte flüsternd seine Nachbarin: "Schweinezyklen, Wasndas?" "Wenn die Schuljahre so gelegt werden, das die Schüler noch als landwirtschaftliche Aushilfen arbeiten können. Gut für die Großgrundbesitzer, schlecht für die Schulleistungen..." flüsterte sie ihm ins Ohr, und nutzte die Gelegenheit, ihm in den Hintern zu kneifen.

Die Ker hatte sich gerade richtig in Fahrt geredet: "Und das hier ist ja wohl völlig offensichtlich Dummfug, Gefiederte noch mal! Schulgeld und Studiengebühren! So bekommen wir die Bauernkinder doch nie in die Schulen! So eine asoziale Idee kann doch eigentlich nur im Hirn eines Mannes ausgebrütet worden sein." sie übertönte das etwas lautere Murren der Kater, "das ihr mir so etwas unterstellt, ist eigentlich eine unerhörte Frechheit ! Lernt ihr denn heutzutage nichts mehr auf euren Akademien?"

Einen Moment lang waren die Anwesenden völlig sprachlos. Zwar war die Vorsitzende im Alter etwas milder geworden, und ihr Fell trug auch schon deutlich erkennbar weiße Strähnen, aber ihre Autorität war mehr als genug, um die Anwesenden (oder auch den Senat) zu verschüchtern.

Nach einem Moment rührte sich die Nachwuchsoffizierin: "N,naja, um genau zu sein: Nein. Wir lernen nichts auf unseren Akademien. Darum sind wir ja hier..."

Ein kleines Ohrenzucken zeigte, das die Ker den Treffer zugab. "Nun, und was wollt ihr jetzt eigentlich hier? Außer mir falsche Vorhaltungen machen? Ihr habt doch bestimmt einen Forderungskatalog, oder? Gebt mal her."
Sie blätterte kurz über die angereichte Pergamentrolle: "Das ist mir zuviel Text. Und ihr schreibt mir viel zu lange Bandwurmsätze mit zu vielen Fremdwörtern. Also, mir scheint, das es im Grunde genommen die selben Forderungen sind wie vor zwei Jahren, als ihr die Geheimdienst-Akademie bestzt habt, oder?" Zustimmendes Murren um sie herum. "Gut, dann machen wir jetzt Nägel mit Köpfen. Ich habe keine Zeit, mich mit euren Problemen aufzuhalten, die müsst ihr jetzt selber lösen. Als erstes bekommt ihr..." der Rest ihres Satzes wurde vom Quietschen der Wandsafetürscharniere übertönt, in dem sie verschwand. Die Gäste warfen Eloha einen verwirrten Blick zu, den diese nur mit einem Schulterzucken beantworten konnte. "So!" das Oberhaupt aller Hani stapfte aus dem Safe und warf der BAS-Sprecherin einen riesigen Schlüssel mit anhängendem Siegel zu. "Das sollte fürs erste reichen, oder? Natürlich müsst ihr eine quartalsweise Abrechnung einreichen, die den Finanzbehörden vorzulegen ist. Und " "Verehrte Ker, mit allem gebührendem Respekt: _Was_ ist das?"

"Was ist das da drüben?" Die Senatsvorsitzende zeigte aus dem Fenster Richtung Händlerviertel. "Das Viertel der Banken und Geldwechsler," sprudelte ein Fascilia(Militärscout)-Diplomand hervor. "Und was steht auf dem Gebäude dort, links hinter dem Wasserschrein?" "Das ist natürlich eine der HAN-Schatzkammern", Der Kater kniff die Augen zusammen, "Nummer Sieben, laut Fassadeninschrift.". "Oh!" piepste die an´therau atemlos: Sie hatte gerade die 7 auf dem Schlüsselkopf entdeckt.

Die Ker grinst über beide Ohren und strich sich zufrieden über den Bart: "Das sollte so 3 Millionen Silberstücke sein." "2.780.000, um genau zu sein." korrigierte Eloha automatisch. "Damit dürfte das Problem der Stipendien und Finanzzuweisungen fürs erste erledigt sein. Ich willl aber gefälligst eine vernünftige Buchhaltung sehen. Und für die weitere Ausgestaltung unserer Bildungspolitik erwarte ich zu Beginn der Generalversammlung ein vollständiges Konzept von euch, haben wir uns verstanden? Und denkt dran, wenn ihr eure Forderungen zum Akademieausbau formuliert: In Blutstadt auf Angulusia stehen mittlerweile 9 oder zehn Akademien. Wenn ihr eure Forderungen nach dem größten Universitätsstandort Eresseas immer noch umsetzen wollt, solltet ihr etwas größer planen." Pyanfar warf noch einen Blick aus dem Fenster auf die Stadt, die die Zitadelle auf allen Seiten umgab: "Und vielleicht solltet ihr ein neues Stadtviertel dafür einplanen. Innerhalb der Stadtmauern wird das etwas eng werden... " "So," sie klatschte in die Hände, "das Plauderstündchen mit euch war sehr nett, aber jetzt muss ich weiterarbeiten. Trinkt aus, und dann verlasst gefälligst schleunigst mein Büro." Mit diesen Worten scheuchte sie das Dutzend völlig überrumpelter Hani zur Bürotür. Während sich die Meute aus der Tür schob, konnte die Ker einen Blick in den Vorraum werfen: Da standen zu ihrem Entsetzen noch etwa ein- bis zweihundert Hani, allesamt bewaffnet mit Pergamentrollen, Bannern, Seilen, alchemistischen Sturmfackeln, Signalhörnern, Schlafsäcken, Proviantkörben und G´fi-Kannen. Bevor die Bürotür zuschwang, konnte sie noch die Anführerin hören, die mit dem Schlüssel winkte und rief: "Spontane Planänderung! Wir ziehen jetzt ins Bankviertel- nein, nicht zum plündern, das ist überflüssig- und holt die Federkiele raus, wir müssen ein Gesetz schreiben!" Auf einen fragenden Blick hin antwortete Eloha mit einem Nicken: "Ja, das wäre wohl eine Besetzung geworden..." Die Vorsitzende der Clans der Hani ließ sich in ihren Sessel fallen und seufzte mit Blick auf die Aktenstapel vor ihr: "Naja, wenigstens haben die da draußen heute geschafft, was sie geplant hatten. So, und jetzt lasst uns diese Verfahrensordnung zu Ende schreiben, in vier Tagen muss ich die Sitzung einläuten..."

9. Welt

An den weißen Rat

von der Pressestelle des Kaiserreiches der Seeelfen

Ehrenwerte Mitglieder des weißen Rates,

Wir,
Eledriel
reinkarnierter Gottkaiser der Seeelfen,
transzendierter Avatar des Sperethiel,
gesegneter Bewahrer der Elfen-Magick,
oberster Befehlshaber der Streitkräfte,
Souveräne Exekutive und
Superiore Jurisprudenz des Volkes der Seeelfen,
Erbe der vereinigten Stämme,
Träger des Ehrenschildes der Mittelmeer-Allianz für besondere Leistungen
Vorsitzender des konziliaren Rates der Völker,
Mitglied und Außenminister der machtvollen Mittelmeer Allianz,
Mitglied des glorreichen IX. Konzils,
Mitglied und Gründer des internationalen Friedensbundes PAX ERESSEA,
Mitglied der ehrenhaften Wildherzallianz sowie
Mitvorsitzender der achtbaren Interessengemeinschaft Xenien (IGX)

wünschen möglichst positive Antwort auf Unsere Depeschen und schriftlichen Anfragen. Da Unsere Pressestelle zum Teil mit veralteteten Taubenschlägen arbeiten muss, bitten Wir nunmehr öffentlich um eine private Kontaktaufnahme zu erneuten Annäherung, politischen Zusammenarbeit und Nachfolgeregelungen für Unsere geerbten Hoheitsgebiete Jamada und Chosen.

In der Hoffnung auf eine schnelle Antwort und eine weiterhin positive Zukunft verbleiben Wir

in tiefster Hochachtung


11. Welt

Ins Meer...

von einem anonymen Geschichtsschreiber

Admiral Freiherr Vajar von Korrex quälte sich die letzten Meter des Pidicînpasses herauf. Was für eine trostlose Landschaft. Der Meermensch verstand nicht, was irgend jemand davon halten konnte. Aber es passte zu diesen feigen Osiresmenschen, sich hier zu verkriechen. Ein trostloses Gebirge hinter einer nicht enden wollenden Sumpflandschaft. Sümpfe! Das Schicksal des gerengkoschen Königreichs schien sich immer in Sümpfen zu entscheiden. Durch den ersten hatte er die verräterischen Seewölfe getrieben. Der zweite war Schauplatz der schicksalhaften ersten Schlacht dieses jetzigen Krieges gewesen. Das noch unerfahrene Heer des Jadekaisers hatte dabei den versammelten Verteidigern Grünlands gegenübergestanden. Das war noch ein richtiger Kampf gewesen. Die Verteidiger hatten tapfer gekämpft auch wenn es am Ende überraschend schnell gegangen war, ihren Widerstand zu brechen.

Na ja, im Nachhinein überraschte es ihn nicht mehr. Diese Leute hatten einfach keine Ehre am Leib. Das zeigte sich daran, wie sie den Rest der Insel systematisch geplündert hatten. "Grünland" war der Name, den die ersten gerngkoschen Entdecker der Insel gegeben hatten. Der Admiral hatte nicht mehr sehr viel Grün gesehen auf seiner Reise quer über das Land, immer auf der Jagd nach den flüchtenden Feinden. Die Wälder waren fast alle gerodet, selbst die mit dem besonderen Holz, das die Elfen Mallorn nannten und nach dem sie so verrückt waren. Und das obwohl es sich so schlecht zum Bau von Schiffen eignete... Immer wieder mussten die trainierten Truppen Haufen von Bauern auseinander treiben, die von den Osires gegen sie geschickt wurden, und die eigentlich die Felder hätten bestellen sollen, die jetzt verwilderten. Nein, Vajar dachte nicht gerne an die Zeit der fünf Monate zurück. Solange hatte die Flucht gedauert, fast ebenso lange die Vorbereitung des Krieges und jetzt das. Dabei waren sie doch eigentlich hergekommen um Frieden und Wohlstand auf diese unterentwickelte Insel zu bringen. Bis dahin würde es wohl noch dauern...

Doch nun überschritt er den letzten Grat, wo ihn der zwergische Hauptmann schon erwartete, der sichtlich in guter Stimmung war. "Nun, kleiner Steineklopfer, bist du schon besoffen genug um zu Kämpfen aufgelegt zu sein?" Die elfischen Bogenschützen, die der Freiherr erst jetzt in der Nähe bemerkte, warfen ihm einen Blick zu, der eine seltsame Mischung aus Missbilligung und Verständnis enthielt. Aber zum Glück verstanden die Zwerge die Allgemeinsprache nicht und Vajar erntete nur ein gutmütiges "Prost" oder jedenfalls, was er für das zwergische äquivalent davon hielt. Der Kleine, der den Bihänder in der einen und den Bierkrug in der anderen Hand hielt -- eine erstaunlich Leistung, wie Vajar notierte -- wandte sich wieder seinen eigenen Angelegenheiten zu.

Der Offizier der Paladine kam auf Vajar zu um Befehle entgegenzunehmen. "Wo ist Glodereth, unser elfischer Taktiker, der unsere glorreichen Siege der letzten Zeit herbeigeführt hat?" Der beißende Zynismus entging nicht mal dem Zwerg, der inzwischen schon die Hälfte seiner goblinschen Saufkumpanen bewusstlos getrunken hatte. "Er ist unterwegs aufgehalten worden und wird wohl nicht rechtzeitig hier eintreffen, Admiral!" -- "Wahrscheinlich will er nur wieder unterwegs ein paar Leichen schänden", konnte Vajar es sich nicht verkneifen zu sagen. Der Soldat fuhr fort: "Er will, dass die Meermenschen und Paladine den Frontalangriff übernehmen und ..." - "Ich brauche seine Ratschläge nicht", fuhr ihm der Admiral ins Wort. "Das letzte Aufgebot der Osires besteht nur aus einigen Dutzend Bewaffneten und einem großen Haufen Zivilisten. Kein ernstzunehmender Widerstand zu erwarten; unsere Elitetruppen alleine könnten sie in Meer treiben. Aber natürlich werden es sich die übrigen Kontingente des Jadedrachen nicht nehmen lassen, an unsrer Seite den letzten Schlag zu führen. Wenn wir sie aus der Reserve gelockt haben, werden die Goblinhorden sie mit einem Flankenangriff überraschen, der ihren Widerstand schnell brechen dürfte. Die Trolle sollen ihnen den Rückzug zu den Schiffen abschneiden."

Der Admiral hatte die Schiffe natürlich längst gesehen, die, teilweise noch unfertig, am Strand lagen. "Ah ja, die Schiffe werden eine gute Entschädigung für die Entbehrungen der letzten Wochen sein und wenigstens ein Teil der Rohstoffe, die der Insel entrissen wurden, können so wieder sinnvoll verwendet werden, nachdem wir die letzten Feinde ins Meer getrieben haben! Schade, dass sich uns einige schon in den letzten Wochen entwischt sind." Da plötzlich mischte sich einer der Goblinkundschafter mit schnarrender Stimme ein: "Dass wir sie überrennen werden, daran besteht kein Zweifel. Auch wenn dort unten vielleicht noch ein paar Überraschungen lauern und obwohl wir so einige Kontingente unterwegs als Besatzungstruppen zurücklassen mussten." Der Freiherr warf dem vorlauten Goblin einen missbilligenden Blick zu, musste ihm jedoch beipflichten: "Diese Menschen arbeiten oft mit schmutzigen Tricks, das haben sie oft genug gezeigt. Das passt zu ihnen. Können sie denn nicht offen und direkt kämpfen, wie Männer von Ehre?" Der kleine Grüne schaute ihn nur kurz verständnislos an, dann verschwand er so plötzlich, wie er erschienen war.

Der Admiral schaute nachdenklich auf die See hinaus. Er wusste, dass der Krieg gewonnen war, aber der Ärger würde noch lange weiter gehen. Nach dem Kämpfen musste der Aufbau überall beginnen, aber er hatte das Gefühl dass sie noch viel Ärger haben würden auf dieser Insel und die marodierenden Horden, die immer noch hier und da durchs Land zogen waren die kleinste Sorge. Fast beneidete er die Flüchtenden, deren ganzer Besitz nun aus den Planken einiger Drachenschiffe bestand. Würden die Osires es je wieder wagen, zurückzukehren?

"Admiral?" -- Vajar war sich nicht bewusst gewesen, den letzten Satz laut gesagt zu haben. Als er den fragenden Blick seines Untergebenen sah -- alle anderen waren schon längst ihrer Wege gegangen, da sie offenbar keine Lust hatten, seine schlechte Laune länger zu ertragen -- bellte er nur: "Was stehst du hier noch herum, bring unsere Leute in Stellung. Wir haben einen Krieg zu gewinnen!"

13. Welt

Eriauth

Rafael der Voraussehende

Die Verfolgung hat ein Ende: es ist uns gelungen die Invasoren im Schattenwald zu stellen. Knapp 2000 Gegner lagern vor uns, Orks, Menschen, Katzen, Halblinge, Zwerge, Insekten,...die größte Invasionsarmee die ich jemals gesehen habe. Kaum zu glauben dass Tebolan und ThandMagol eine solche Armee übersetzen konnte, kaum zu glauben dass sie diese Insel nicht wieder verlassen wird.

Die Sonne versinkt gerade im Ozean hinter der gegnerischen Armee, sie tränkt die Ebene vor uns blutrot. Ob sich die Farbe halten wird? Hinter mir wehen die Banner des Theranischen Bundes. Der Aufmarsch hat begonnen. Bald ist es dunkel genug um die letzten Truppen in Stellung zu bringen.

Zeit um Befehle zu geben. Zeit die Waffen zu schärfen. Zeit ein Gebet zu sprechen. Für ein freies Eriauth.

Es ist Zahltag.


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Wo bist Du (m, 1,20 m , 30 kg)??

Bist Du auch enttäuscht von Deiner alten (Partei) oder gar Single? Suche netten Goblin, der Lust hat, mit mir einen neuen Anfang zu wagen. bin bereit, auf die Wünsche und Bedürfnisse eines Goblins einzugehen. Laß' uns gemeinsam neue Wege beschreiten.

Chiffre: mibuerger@web.de


Kartenprojekt

von Woschak

(Anmerkung des Archivars: Das Projekt und die magische Adresse gibt es nicht mehr.)

Vor einiger Zeit hatten die Götter eine gute Idee. Auf der Inselnamenkarte solle doch auch zu sehen sein, auf welchen Inseln noch Urvölker leben. Dazu war angedacht, dass die Ursprungsregion eines jeden Volkes, welches noch auf seiner Heimatinsel lebt, durch eine andere Farbe auf der Karte gekennzeichnet wird. Leider wußten die Götter nicht, wie sie diese Daten zusammen bekommen sollen.

Um dieses Projekt nun doch in die Tat umzusetzen, wurde in den astralen Weiten ein Dokument abgelegt, in welches die Völker ihre Daten eintragen können. Man spreche die magischen Worte http://adi.jugowl.org und gelangt damit in die Informationshallen der AdI. Dort suche man den Raum "Sammeln der Daten der Ursprungsregionen" und begebe sich da hinein. Alles weitere wird dort erklärt.

Ziel ist, auf der Inselnamenkarte zu sehen, wie bewohnt die Inseln durch Urvölker noch sind.

Es wird allen gedankt, die sich daran beteiligen.


Die grössten Monumente Eresseas

In Armathorn, Eigentümer: Reich der Waldfee (h)

Imperialer Palast des Ewigen Feuers von Tirawon (exyv), Größe 2500;

Die Architektur des Palastkomplexes von Armathorn betört den Betrachter und lässt jeden, der ihn zum ersten Mal erblickt, mit offenem Mund innehalten. Die gigantischen Hallen, deren Gewölbe auf riesenhaften
Säulen ruhen, zeugen von der Macht des Imperiums. In die Wände der Gänge und Säle haben zwergische Meistersteinmetze Reliefs gemeißelt, die Szenen längst vergangener Schlachten zeigen, so lebensnah, dass der
Betrachter glaubt, die Soldaten der schon vor Jahrhunderten untergegangenen Reiche würden gleich aus der Wand marschieren, während er vermeint, den Schlachtenlärm noch von ferne hören zu können. Türme,
die scheinbar bis in den Himmel reichen, werden von Kreuzgängen umschlossen, während die Gartenanlagen mit ihren prächtigen Springbrunnen und kunstvoll geschnitzten Bänken und Pavillons zur Rast einladen. Weitverzweigte Wege verbinden Paläste und Gesindehäuser. In der Mitte der Anlage erhebt sich die gigantische Kuppel des Thronsaales, unter dessen goldenem Dach der Imperator seine Audienzen abzuhalten pflegt.

In Finsterkamm, Eigentümer: Halblinge des Lichts (hdL)

Säulen der Gesellschaft (dtqe), Größe 2003;

Das Monument zeigt einen Halbling und einen Zwerg, die Seite an Seite stehen. Sie reichen ihre Hände mehreren anderen Personen: Einem Elfen, einem Halbling, einem Insekt, zwei Meermenschen und einem Zwerg. Hinter ihnen steht eine nur schemenhaft ausgearbeitete Figur. Es versinnbildlicht die Begegnung der Gründungsvölker der Ehrenwerten Gesellschaft, als die Vereinigten Königreiche von Sizilia gemeinsam mit
den Völkern der Inseln Kagomer, Kalahari und Narnia unter dem Schutz des Paten einen Bund für Sicherheit und Wohlstand gründeten.

In Zakenestal, Eigentümer: Das Presbyterianische Haus (ts)

Schmetterlingsturm (Lftr), Größe 2000;

Weit ragt das Wahrzeichen Eldariens über die sanften Hänge des Zakenestals. Aus der Ferne erscheint es einfach wie ein gewaltiger weißer Turm. Je näher man ihm kommt, desto mehr verwandelt er sich aber in einen riesigen Schwarm weißer Schmetterlinge, der sich fast lebendig gen Himmel schraubt. Dieses Monument zeigt, daß auch eine Schmetterlings-Allianz gleichzeitig anmutig und mächtig sein kann.

In * Zahodoho *

Der Elbenturm von Tol Galen (toL), Größe 1300;

Stolz erhebt sich der schlanke, weiße Turm aus den Nebeln, welche die Bergkämme von Zahodoho einhüllen. Er wurde von den Zwergen des Reiches Solaris errichtet, um auf ewig an die entschwundenen Begnadeten des
verlorenen Waldes zu erinnern.


In Sodorod

Spektrales Monument (4y7), Größe 1179;

Gewidmet den vergangenen, momentanen und zukünftigen Mitgliedern des Lordrates der Spektralelfen.

In Monty

Ra'To Pora'Ger (2gwj), Größe 1001;

Wie riesige Dornen ragen hohe dunkle Felsen in den Himmel. In Ihrem Zentrum bilden die riesigen Rippenbögen eines urzeitlichen Wesens den Eingang in eine Höhle. Nur die Verzweifeltesten wagen den Weg hinein in die einsame Dunkelheit. Dies ist die Heimat des Ra'To Pora'Ger, des Orakels am Abgrund.

In Die Sieben Saeulen des Himmels, Eigentümer: Rivanisches Königreich Lungave (b)

Hall of Clans (2n4), Größe 1001;

Von Anbeginn der Zeit, befindet sich im inneren eines seit Urzeiten erloschenen Vulkans, eine von einem schlafenden Wyrm bewachte riesige geheime Halle. Treffpunkt der Fuehrer aller Clan's. An diesem
neutralsten aller neutralen Plaetze, verlieren Feindschaft und Freundschaft an Bedeutung.

Monumente in dieser Woche errichtet

In Sun Lake City

Das Siegesmal des Pentagramms (7n2), Größe 250;

Ein mächtiger Bogen, der einige hundert Meter neben dem Sonnensee auf einem Hügel steht. An dieser Stelle schlug das geschlagen geglaubte Heer des Pentagramms die Drachenloge. Und diese Stelle soll auf immer die Stärke des Pentagramms zeigen.