Xontormia Express 1400

From Eressea
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Wir schreiben die zweite Woche des Monats Feldsegen im Jahre 46 des zweiten
                  Zeitalters. Es ist Sommer. (24.05.2025)



11. Welt

Die Geschwindigkeit der Kommunikation (0.5)

Was vorher geschah

1384
Königin Tzi-Zzi fasst einen Entschluss https://wiki.eressea.de/Xontormia_Express_1384

Der Botschafter der Donnerschmiede auf Stilla, Arion Glodson, bemerkt erste Veränderungen: Botschafterdrohne Stil-La hört auf, sich um die Botschafter in Schandoria zu kümmern. Arion denkt sich aber nichts weiter dabei, hat er doch den aktuellen XE noch nicht gelesen.


1385
Arkane Katastrophe in Burrikives https://wiki.eressea.de/Xontormia_Express_1385

Arion Glodson vermutet, es sei Fastenzeit. Welchen anderen Grund könnte es geben, dass keines der Insekten zu sehen ist und er auch nicht mehr versorgt wird? Er fastet - er hatte in den letzten Jahren eh zu viel zugenommen.

1386
Der Tod des SCHWARMs und Die Wiedergeburt von schrm https://wiki.eressea.de/Xontormia_Express_1386

Das Fasten über drei Wochen führt zu ersten Erschöpfungszuständen bei Arion Glodson. Er verlässt den Leuchtturm um sich Wasser und Nahrung zu besorgen.

1387:
In einem Moment der Klarheit fällt Arion Glodson auf, dass dieses Verhalten des SCHWARMs doch sehr seltsam ist. Auch wird ihm klar, dass Wochen ohne Nahrung seinen Verstand etwas benebelt hatten. Doch nun geht es ihm bereits etwas besser.

Auf der Insel Crystal Sea, weit östlich von Stilla, stottert ein gestrandeter Soldat des SCHWARMs Worte der Warnung: 'Hü... hütet euch vor schrm!'

1388:
Arion Glodson zieht sich mit der gefundenen Nahrung in den Leuchtturm zurück da ihm die Stille auf der Insel seltsam vorkommt.

Auf Crystal Sea versucht ein einzelner Zwerg von dem gestrandeten Soldaten mehr Informationen zu bekommen und fragt, wie man sich vor schrm schützen kann. Doch dieser stammelt nur vor sich hin, dass Königin Tzi-Zzinicht mehr Königin Tzi-Zzi ist und der SCHWARM nicht mehr der SCHWARM sei.

1389:
Eine hirnlos geifernde Insektenhorde kommt nach Schandoria. Arion Glodson ist froh, dass die Türen des Leuchtturms stabil sind. Doch die knapp 100 Insekten beginnen, auf diese einzuhämmern.

Auf Crystal Sea versucht der Zwerg erneut, zu dem verängstiugten Insekt vorzudringen und fragt, was schrm von uns will.


Auf hoher See

Prinzessin von Riva Teil 7

Der Schatten
Das Meer war ruhig in dieser Nacht, ein schwarzes, regloses Tuch. Der volle Mond stand am
Himmel, aus welchem die Sterne wie kalte Nadelstiche hervorstachen. Nur das Knarren des
Holzes und das gelegentliche Glucksen der Wellen begleiteten die Dunkelheit. Die meisten
Besatzungsmitglieder schliefen oder hielten Wache unter Deck. Nur eine Gestalt stand an der
Reling: Prinzessin Solveig, in einem edlen, mit silbernen Stickereien verzierten Mantel
gehüllt, den Kriegshammer vor sich stehend.

Ihr Blick ruhte auf dem fernen Dunkel der östlichen See, dort, wo irgendwann am Horizont
die Insel auftauchen würde. Ihre Insel. Dann veränderte sich etwas in der Luft. Nicht hörbar,
nicht sichtbar – nur eine kaum spürbare Spannung, wie ein flüchtiges Kitzeln im Nacken. Ein
schlanker Mann tauchte aus der Finsternis hinter ihr auf. Das Gesicht unter der Kapuze eines
dunklen Umhangs verborgen. Seine Stiefel machten keinen Laut auf den Planken. Solveig drehte
sich nicht um. Sie wusste, wer es war. „Bericht“, sagte sie leise, aber bestimmt.

„Wie befohlen, Hoheit.“ Die Stimme hinter ihr war leise wie ein Gedanke, und doch klar wie
Glas. „Ich habe die Insel observiert. Die östlichen Küsten sind wie erwartet von dichter
Vegetation und Untoten geprägt. Doch weiter westlich …“ – er hielt inne, als ob seine nächsten
Worte schwerer wögen – „… da ist eine Bucht. Und dort haben sich Kräfte niedergelassen.“

Langsam, mit beinahe ritueller Ruhe, wandte sich die Prinzessin ihm zu. Ihr Blick traf den
seinen – durchdringend, wachsam, prüfend. „Welche Kräfte, Sírn?“ „Sie errichten Befestigungen,
schleppen Stein und Holz, schlagen Schneisen in das Land, vermessen, markieren. Erste
Baracken, kleine Felder, ein befestigter Weg. Doch das Entscheidende: Es sind kaum Zivilisten
vor Ort. Fast ausschließlich bewaffnete Männer. Diszipliniert. Organisiert.“

„Auf meinem Land? Wessen Banner?“ Ihre Stimme war ruhiger geworden, aber nicht weniger
scharf.

Sírn schüttelte den Kopf. „Das ist das Beunruhigende. Ich kenne viele Farben, viele Zeichen –
auch jene, die lieber verborgen bleiben. Doch jene, die ich sah, sind mir fremd. Kein Wappen
aus den alten Reichen, kein Symbol, das ich mit Gewissheit deuten kann. Möglich, dass es sich
um eine isolierte Regionalmacht handelt. Möglich auch, dass sie ganz neu sind.“

Solveig trat wieder an die Reling, klammerte sich an das Geländer, den Hammer an ihrer Seite.
Sie starrte in das Nichts vor ihr, als könnte sie durch Dunkelheit und Entfernung hindurchsehen.

„Sie sind also nicht gekommen, um zu handeln“, sagte sie.

„Nein“, antwortete Sírn. „Sie nehmen Besitz.“

Ein langer Moment verging. Nur das leise Knarzen der Takelage füllte das Schweigen. „Wie viele?“,
fragte sie schließlich.

„Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen.“ Sírn schob die Hände in die Ärmel seines Mantels,
sein Blick wanderte flüchtig über das Deck, als suche er dort Worte. „Was ich sah, waren Einheiten
in Bewegung. Trainierte Männer, keine Miliz. Keine Lagerfeuer. Keine Geselligkeit. Nur Aufgaben.
Es ist mehr als ein Vortrupp – aber sie verbergen ihre wahre Stärke geschickt.“

Solveig nickte langsam, fast unmerklich. Ihre Haltung blieb aufrecht, doch etwas in ihren
Schultern veränderte sich – als würde eine Last angenommen, die unausweichlich war. „Xolgrim
wusste davon?“

Ein kaum sichtbares Zucken seiner Mundwinkel. „Ich nehme es an. Vielleicht nicht im Detail – aber ...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Spione ihn darüber im Dunklen ließen.“

„Und doch sagt er nichts.“ Solveig ballte die Hand zur Faust, bevor sie sie wieder entspannt
sinken ließ.

„Ihr kennt ihn besser als ich, er wird seine Gründe haben, Hoheit. Ich halte ihn für loyal. Doch
Offenheit … gehört nicht zu seinen Gaben.“

Sie wandte sich von ihm ab, den Blick erneut auf den dunklen Horizont gerichtet. Ihre Stimme
war kaum mehr als ein Flüstern. „Können wir die Insel halten wie geplant?“

Diesmal kam die Antwort nicht sofort. Sírn ließ eine lange, unangenehme Stille entstehen,
die sich wie ein Nebelschleier zwischen ihnen legte. „Das … ist aktuell schwer zu beantworten.
Ihr habt fähige Männer, kampferprobt, zuverlässig – Zwerge. Aber nicht viele. Und sollte es zu
einer offenen Konfrontation kommen, wäre es ratsam, um Verstärk…“

Eine abrupte Geste der Prinzessin schnitt ihm harsch das Wort ab. „Wir werden den König um gar
nichts bitten.“

Der Satz fiel wie ein Richterspruch. Ein kühler Windstoß wehte über das Deck, und die Laterne
am Großmast flackerte. Solveigs Finger ruhten fest an der Reling, ihr Blick unbewegt, hart.
Einige Herzschläge vergingen, während nur das Knarren des Schiffs zu hören war. Dann sprach
Solveig, leise, ohne den Blick vom Horizont zu wenden: „Mein Vater führte diesen Hammer. Nicht
als Symbol – als Waffe.“

Sírn schwieg, die plötzliche Schwermut in ihrer Stimme war ihm völlig fremd.

„Er sagte, wer Anspruch auf ein Reich erhebt, muss auch den Mut haben, selbst dafür zu kämpfen.“
Sie senkte kurz den Blick. „Und er hat es getan. Bis zum Schluss. Er hat nicht überlebt.“ Sie
berührte das Metall am Schaft des Hammers. „Aber Kâzrun schon.“ Sie tätschelte beiläufig,
beinahe liebevoll den Griff des Kriegshammers. „Das Einzige, was ein Zwerg benötigt, um sein
Ziel zu erreichen, ist ein Wille aus Stahl, ein Griff fest wie Stein und eine Waffe, die imstande
ist, beides miteinander zu vereinen.“

Sírns Blick verweilte einen Moment auf dem schweren Gerät. Dann neigte er kaum sichtbar den Kopf –
wie vor einer Wahrheit, die keiner weiteren Worte bedurfte.

Als sie sich erneut umdrehte, war Sírn verschwunden. Kein Geräusch, kein Schatten hatte seine
Bewegung verraten. Nur der dünne Rauchfaden der Öllampe kräuselte sich, als hätte sich die Luft
verändert.

„Wegtreten …“ murmelte Solveig leise zu sich selbst, während sie sich erneut der Reling zuwandte,
den Blick auf das schwarze Wasser gerichtet. Dort hatte sich nichts verändert – und doch schien
die See um ein Geheimnis schwerer geworden zu sein.

Wird fortgesetzt ...

Die Vorgeschichte



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